DFB-Präsident
Dr. Theo Zwanziger zu Gast
Deutscher
Fußballboss
besucht den Lüneburger NFV-Bezirk
BISPINGEN.
Bezirksvorsitzender Hans Guenther
Kuers (NFV-Vize-Präsident) hatte kurzfristig eingeladen und
einhundert Bezirks-
und Kreisvorstandsmitglieder folgten dem Aufruf ins
Veranstaltungszentrum des
„Snow Dome“ nach Bispingen. NFV-Präsident Karl Rothmund begleitete
den
Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB) Dr. Theo
Zwanziger zu seinem
freien Vortrag, gerichtet an die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die
wiederum die
echten Multiplikatoren an der Basis in die Vereine sind.

Mit Peter Berg (NDR) und
Jens-Holger
Linnewedel (Vorsitzender NFV-Celle) lauschten auch gebannt die
Kreisvorstandsmitglieder
Georg Lenzing, Michael Frede, Peter Bartosch und
Horst
Friebe dem aktuell interessanten, rund zweistündigen flotten
Vortrag. Dr.
Zwanziger betonte: „Fußball ist keine reine Sportart mehr,
sondern viel mehr
Spitzensport auf DFB-Ebene. Der Fußballsport hat inzwischen mehr
Inhalte auf
mediale Wirkung bekommen. Diesen Wert in Geld zu bemessen, dass
wäre zu wenig.
Der DFB hat auch den gesellschaftpolitischen Auftrag Werte, Bildung und
Sport
an Jugendliche zu vermitteln, die im Team erst lernen Erfolg und
Misserfolg zu
verstehen. Kraft und menschliche Wirkung wird immer ein Stück
wachsen, denn
Sport gibt einen unheimlichen Kick“. Seit dem ersten WM-Gewinn (1954 in
Bern)
ist bis heute die Medienwelt immer stärker ins Rampenlicht
gerückt, alles
zusammen genommen hat sich unser Spitzensport grundlegend
geändert. Es gilt
mehr denn je die Elite zu fördern, aber auch Spieler der unteren
Kreativabteilung sowie das Engagement in allen Feldern. Eine
grundlegende Säule
ist hier der Amateurbereich, denn Fußball ist ein Wettbewerb
besonders für
Kinder. Sie wollen sich einbringen, mitmachen, gefordert und
gefördert werden.
Eine weitere Scharnierstelle der Spitzenligen sind die 3
DFB-Regionalligen als
4. Liga, die aber keine Strahlkraft aus sich heraus hat. In diesen
Ligen
spielen leider viele Reserveteams der Top-Klubs. Diese Ligen
müssen daher in
Zukunft noch breiter aufgestellt werden damit sie aus heutiger Sicht an
Eigenstärke gewinnen können, darüber reden wir im
Vorstand in den nächsten
Wochen. Die 4. Ligen erhalten auch weiterhin keine Alimentationen und
Subventionen durch Fernsehgelder.
Das Geldvolumen, das der DFB von oben nach
unten verteilen kann, kommt nur aus dem professionellen Fußball.
Die
Anstrengungen sind so ausgerichtet, dass es auch in der breiten Masse
der 3300
Fußball-Kreise ankommt, wie die 1000 DFB-Mini-Spielfelder
für 25 Millionen
Euro. Den Bildungs-Auftrag für Kinder sieht Zwanziger auch zur
äußerst
wichtigen Verbindung zwischen Schule und Verein. Nur so kann sich in
naher
Zukunft noch Spielerpotential durch größere
Aufgeschlossenheit entwickeln, und
dass besonders im Mädchenfußball. Der im Hinblick auf die
bevorstehende
FIFA-Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland derzeit gerade so
richtig schön
boomt. Schul-Aktionstage bilden hier einen richtigen Schulterschluss zu
den
Jugendlichen. Die WM 2011 ist und bleibt eine große Chance
für uns. Denn
Frauenfußball kann sehr attraktiv sein, hier kann man in der
Spitze technisch
guten Fußball genießen, der vergleichsweise dem
Männerfußball der 70er-Jahre
entspricht. Daher sollten in allen Kreisen anständige Frauen- und
Mädchenligen
ab der U 17 bestehen. Deshalb sollte man nicht nur nehmen, sondern
diese Chance
für die gemeinnützige Basis nutzen, die je breiter desto
besser ist. Der
Organisationsgrad bei den Jungen ist derzeit viel höher als bei
den Mädchen.
Hier sollte man richtige Konzepte ermitteln und entwickeln und zudem
optimaler
umsetzen.
Hans-Günther
Kuers merkte in der
anschließenden Diskussionsrunde an, dass der große
Lüneburger Bezirk (mit
seinen 11 Kreisen) flächenmäßig immerhin das Bundesland
Schleswig-Holstein
beinhaltet. Auch eine einmalige Konstellation: Das Flächenland
Niedersachsen
hat sechs Bundesländer als Nachbarn. Zwanziger betonte
später, dass es auch
wenig Schönes in diesem Jahr gab und sprach abschließend
kurz noch zwei Dinge
an. Zum einen die gescheiterte Vertragsverlängerung mit
Bundestrainer Joachim
Löw, der seit 2004 viel geleistet und auch viel bewegt hat. Und
zum anderen der
allgemein bekannte Vorgang im Schiedsrichterwesen, deswegen ein
außerordentlicher Bundestag nötig war. Hier geht es immerhin
um die
Profithum-Größenordnung eines FIFA-Referees von bis zu
150.000 Euro brutto im
Jahr.
Besorgnis erregend ist noch
die
offensichtliche Tatsache, dass sich die öffentliche Hand mehr und
mehr aus der
Sportmittelförderung zurück zieht. Das Referat endete mit
einem
Zwanziger-Referat: „Fußball ist ein Produkt, dass viele
Ehrenamtliche mit viel
Leben bedienen. Wir brauchen daher keine Angst um das Medium
Fußball zu haben,
was wir hier freiwillig gemeinsam leisten, unentgeltlich und
ehrenamtlich“. Horst Friebe